Von der Kirsche bis zur Bohne

Bis die bekannte braune Kaffeebohne – mit Fauchen und Zischen oder ganz schonend – als gebrühter Kaffee in die Tasse trifft, hat sie bereits einen langen Weg hinter sich.

Angebaut wird Kaffee vorwiegend in Gegenden mit dauerhaft warmem Klima sowie ausreichendem Niederschlag im Jahr. Hochland-Arabica-Kaffee benötigt beispielsweise 1.500 bis 2.000 Liter Regen pro Jahr und Quadratmeter. Die Temperaturen sollten ganzjährig zwischen 13°C sowie maximal 30°C liegen. Wie sich schon jetzt herausstellt, ist die Kaffeepflanze sehr anspruchsvoll. Ebenso wie an das Klima, legt die Kaffeepflanze auch hohe Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit. Damit die Pflanzen gut gedeihen können, benötigen sie einen sehr fruchtbaren Boden. Hochland-Arabica-Kaffee wird beispielsweise bevorzugt in Hanglage oder in Waldgärten angepflanzt, da dort das Sonnenlicht nur dosiert auf die Blätter treffen kann. Die Höhenlage sorgt weiterhin dafür, dass die Kaffeekirschen langsamer reifen und somit genügend Zeit haben, ihr volles Aroma zu entfalten.

Kaffeeernte

Doch fangen wir noch weiter vorn im Kapitel der Kaffeeentstehung an – bei der AUSSAAT. Den eigenen Kaffee heranzuziehen ist eigentlich nicht schwer und kann zu Hause nachgemacht werden. Als Saatgut dienen die rohen Kaffeebohnen. Zunächst muss die Bohne von der hauchdünnen Pergamenthaut befreit werden, um vollständig auskeimen zu können. Dies wird der Bohne durch die Aussaat in Keimbetten vereinfacht. Nach zweimaligem Umpflanzen und insgesamt mehr als 9 Monaten Zeit, kann die Pflanze ihren Platz auf der Plantage finden.

Der erste Schritt in Richtung Röstkaffee ist nach der Aussaat die ERNTE. Kaffeekirschen sind reif, wenn Sie ein kräftiges, dunkles Rot entwickelt haben. Um die Pflanze zu schonen, werden Arabica-Kaffeekirschen einmal jährlich per Hand gepflückt. Die Erntezeiten unterscheiden sich je nach geografischer Lage. Während Kaffeebäume südlich des Äquators zwischen April und August geerntet werden, fällt die Ernte nördlich des Äquators auf die Monate Juli bis Dezember. Die Erntedauer liegt im Allgemeinen bei circa 12 Wochen.

Nach der Ernte müssen die gepflückten Früchte zügig weiterverarbeitet werden. Die sogenannte AUFBEREITUNG erfolgt im nächsten Schritt. Allgemein werden hier zwei Arten unterschieden – Die Trocken- sowie Nassaufbereitung. Die Nassaufbereitung gehört definitiv zu den hochwertigen Aufbereitungen, nicht zuletzt aufgrund der hohen Wassermenge, die hierfür benötigt wird. Hierbei werden der reifen Kaffeekirsche die Haut, sowie Fruchtfleisch, Pergamenthäutchen und Silberhäutchen entfernt. Man erhält so die nackte Rohkaffebohne.

Im Anschluss an die Reinigung erfolgt die TROCKNUNGSPHASE – auch Fermentation genannt. Die Nassaufbereitung zählt aber nicht nur zu den hochwertigen Aufbereitungen, sondern auch zu den schnellen. Bereits nach 12 bis 36 Stunden haben die Bohnen ausreichend Flüssigkeit verloren, um weiterverarbeitet zu werden. Um ein einheitliches und qualitativ einwandfreies Produkt zu erhalten, folgt nun der Schritt des Schälens und der Endreinigung. Sollten noch restliche Silberhäutchen oder Pergamenthäutchen nach der Vorreinigung an der Bohne verblieben sein, werden diese nun entfernt. Im Folgeschritt wird die Ernte nun noch einmal von Unreinheiten befreit und abschließend sortiert. Zum Transport werden die Rohkaffeebohnen in Säcken abgefüllt und ins jeweilige Empfängerland verschickt.

Die RÖSTUNG des Rohkaffees ist der wohl wichtigste Schritt zu einer leckeren Tasse Kaffee, einem cremigen Latte Macchiato oder einem klassischen Espresso. Die Röstung erfolgt überwiegend im Empfängerland, um auf die regionalen Vorlieben eingehen zu können. Das typische Kaffeearoma entsteht nicht nur durch unterschiedliche Röstmethoden, sondern auch durch variable Temperaturen. Temperaturunterschiede zwischen 60°C bis 250°C – bei der industriellen Herstellung sogar bis 550°C – geben dem Kaffee einen individuellen Geschmack.

Wenn Sie mehr über die Geschichte des Kaffees, die Herstellung oder die Röstung erfahren wollen, freuen wir uns auf Ihren Besuch in unserem Hamburger Kaffeemuseum.